Auf zu neuen Horizonten – unser Manifest

24.01.2018

Mit Beginn unseres Projekts „Bake In Space“ im Oktober 2016 war klar, dass wir uns ein ehrgeiziges Ziel gesteckt hatten. Wir wollten ein komplexes Gerät für die Internationale Raumstation ISS konstruieren und gleichzeitig Sponsoren finden – und das alles in nur 14 Monaten. Von Anfang an waren die technischen und finanziellen Hürden sehr hoch, dennoch konnten wir viele Menschen für unser Projekt begeistern. In der Spätphase der Missionsausschreibung – und entgegen allen Erwartungen – wurde unser Experiment in die 2018er DLR-Mission „Horizons“ aufgenommen. Aus dem Stand heraus haben wir es also sehr weit gebracht.

Das vergangene Jahr prägten wichtige Gespräche mit den unterschiedlichsten potenziellen Partnern aus der Lebensmittelindustrie und Haushaltgerätetechnik, und auch die Medien zeigten großes Interesse an unserem Vorhaben. Besonders erfreulich war, dass der „New Scientist“ über uns berichtete und wir bei der amerikanischen Late-Night-Talkshow Jimmy Kimmel Live! erwähnt wurden. Darüber hinaus referierten wir beim britischen Raumfahrtkongress UK Space Conference und besuchten die StartupCon in Köln sowie den „Back Kongress“ in München. Doch während das Feedback überall sehr positiv war, ist es uns bisher leider nicht gelungen, das Interesse von potenziellen europäischen Sponsoren zu wecken.

Im Rahmen des Wettbewerbs INNOspace Masters gewannen wir die ESA-BIC-Challenge für Startups (Link) und freuten uns über Startup-Services im Wert von 50.000 Euro für unsere Idee. In einem Artikel bei SpaceNews im Oktober 2017 hieß es von uns:

„Selbstverständlich sind wir dankbar für die 50.000 Euro Preisgeld, aber um ehrlich zu sein reicht diese Summe bei Weitem nicht aus, um Raumfahrttechnik zu entwickeln.“

Trotz des großen Interesses und der Unterstützung seitens des DLR mussten wir leider aus Geldmangel die Teilnahme an der „Horizons“-Mission in diesem Jahr zurückziehen.

Das mag zunächst wie ein Rückschlag wirken, doch tatsächlich haben wir viel gelernt aus dem Versuch, ein europäisches Raumfahrt-Startup auf die Beine zu stellen. Diese Erfahrung hat uns und unseren Willen gestärkt, „Bake in Space“ zum Erfolg zu verhelfen und potenziellen Raumfahrtunternehmern eins zu beweisen: dass auch sie die Zukunft der Menschheit mitbestimmen können, indem sie die Menschen dabei unterstützen, nach den Sternen zu greifen. Wir sind uns sicher, der scheinbar kleine Erfolg, im All Rohstoffe zu verarbeiten und daraus frisches Brot zu backen, wird entscheidende Auswirkungen auf die Ernährung im All und damit auf das Wohlergehen zukünftiger Astronautengenerationen haben. Wieso sollte man darauf warten, dass sich diesbezüglich später einmal etwas tut? Es ist ein erreichbares Ziel, also wieso nicht gleich darauf hinsteuern?

Den „neuen Horizont“ fest im Blick planen wir, spätere Astronautenmissionen in Bezug auf potenzielle Experimente zu unterstützen. Dabei werden wir uns als Unternehmen besonders auf diese vier Bereiche konzentrieren:

  1. Nachhaltige Lebensmittelproduktion
  2. Sichere Lebensmittelverarbeitung
  3. Neue Methoden und Technologien für das Backen und Kochen
  4. Lösungen für das Säubern, Wiederverwenden und die Abfallbeseitigung

In diesen Bereichen wollen wir nicht nur Maßstäbe für die bemannte Raumfahrt setzen, sondern auch Innovationen abwandeln, die wir als Unternehmen für das Leben auf der Erde kommerzialisieren möchten. Die Küchen der Zukunft könnten vom Leben im All inspiriert sein, ebenso wie neue Methoden der Lebensmittelherstellung, die bei einer Weltbevölkerung von zukünftig 10 Milliarden Menschen dringend nötig sind.

Aus diesen Gründen wünschen wir uns Unternehmen als Gesprächspartner, deren technisches Angebot unseren Missionsanforderungen entspricht. Unternehmen, die weiter denken als bis zur nächsten kurzfristigen Umsatzsteigerung, die ihren Kunden und Mitarbeitern einen echten Mehrwert bieten und am Vordringen des Menschen in den Weltraum teilhaben möchten.

Für „Bake in Space“ suchen wir nicht mehr nach Werbesponsoren. Stattdessen suchen wir Kunden in den vorstehenden vier Bereichen, die ihre irdischen Produkte weltraumfähig machen möchten, und Investoren mit langfristigem wirtschaftlichem Interesse an Raumfahrtkonzepten wie „Bake in Space“.

Mit Spannung erwarten wir den für 2020/21 geplanten Missionsstart der ESA-Astronauten Matthias Maurer (Deutschland) und Tim Peake (Großbritannien). Bis dahin feilen wir an unseren Backkünsten!